davor & danach


August 2026

Ich frage mich, ob Zurückkehren keine Bewegung zurück ist, sondern eine Bewegung hinein.

In den Alltag.


In den Körper.


In das, was tatsächlich da ist.


In all die kleinen Dinge, die uns nicht erlauben, uns allzu lange aus der Wirklichkeit davonzustehlen.

Zurückkehren bedeutet, wach zu bleiben, auch wenn es schmerzt.


Da zu bleiben, auch wenn sich nichts auflösen lässt.


Wenn unbändige Liebe und völlige Machtlosigkeit denselben Raum einnehmen und keine von beiden kleiner werden muss, damit die andere Platz hat.

Vielleicht gehört auch das zum Zurückkehren:

Sich selbst immer wieder dabei zu ertappen, wie man für einen Moment in etwas Altes fällt.


In die Erwartung, dass jemand kommt.


In die Hoffnung, dass die Wirklichkeit sich doch noch anders entscheiden möge.

Und dann zu merken:

Ah. Da bin ich wieder.

Und zurückzukehren.

Denn zurückkommen heißt nicht, dort weiterzumachen, wo man aufgehört hat.


Man bringt etwas mit.

Gedanken, Bilder, Visionen.

Nicht alles davon muss Materie werden.


Luftschlösser haben ihre eigene Schönheit.


Sie lassen uns sehen, was möglich wäre.


Aber sie brauchen einen Boden, wenn wir in ihnen leben wollen.

Und vielleicht geht es genau darum:

Das davor mit dem danach zu verbinden.

Dem, was unterwegs entstanden ist, einen Ort in der Wirklichkeit zu geben, ohne es vorschnell festzulegen.

Denn Verwurzelung und Vision sind keine Gegensätze.

Sie brauchen einander.

Das Neue darf kommen.

Die Vorstellung darf größer sein als das, was heute schon da ist.


Und irgendwann beginnt die eigentliche Arbeit:

Sie nicht länger nur in sich zu tragen, sondern ihr eine Form zu geben.


Sie sichtbar werden zu lassen.


Sich mit ihr zu zeigen, noch bevor alles fertig ist.


Nicht vor dem Leben davonzulaufen, auch wenn es anders aussieht als gedacht.


Nicht die Vision aufzugeben, nur weil die Wirklichkeit widerspenstig ist.

Sondern immer wieder zurückzukehren.

Hierhin.

Zu dem, was ist.

Und alles zu fühlen, was dazugehört.